
Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)
Veröffentlicht am 15. Februar 2026
Hitzewallungen gehören zu den bekanntesten Beschwerden in den Wechseljahren. Das plötzliche und starke Schwitzen ist für viele Frauen eine unangenehme Veränderung und sprichwörtlich schweißtreibende Herausforderung. Erfahre, warum und wann Hitzewallungen in den Wechseljahren auftreten, was im Körper passiert und welche Therapien bei den wellenartigen Schweißausbrüchen helfen.
Hitzewallungen & plötzlicher Schweiß: Zeichen für die Wechseljahre?
Hitzewallungen kennt jeder. In den Wechseljahren spitzt sich die Situation allerdings zu: Hitzewallungen treten häufig(er) auf und gehören zu den bekanntesten Beschwerden für diese besondere Zeit der weiblichen Hormonumstellung. Etwa 75 % aller Frauen kämpfen in den Wechseljahren mit nächtlichem Schwitzen oder spontanen Hitzewallungen am Tag.
Die Wechseljahre beginnen bei den meisten Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Wechseljahre können auch schon in jüngeren Jahren beginnen, das ist jedoch eher die Ausnahme. Aber egal, in welcher Art die Wechseljahre beginnen, Hitzewallungen können sie immer auslösen.

An sich ist Schwitzen keine Krankheit, sondern eine lebenswichtige Körperfunktion für den Temperaturausgleich. Tritt bei dir jedoch ungewöhnlich starkes oder unangenehmes Schwitzen auf oder stellst du dir die Frage, ob die Wechseljahre beginnen oder bereits voranschreiten, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber. Sammle deine Fragen und mache dir Notizen zu Symptomen sowie deiner Lebensweise mittels dem Meno-Check-Anamnesebogen. Lasse dich in Ruhe zu den Möglichkeiten beraten, Schweißausbrüche oder andere Wechseljahresbeschwerden wie Zyklusschwankungen, veränderte Blutungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen wirksam zu behandeln oder ihnen vorzubeugen.
Hitzewallungen: Wann und wie lange tritt die fliegende Hitze auf?
Die Wechseljahre sind ein bedeutender Lebensabschnitt für jede Frau. Das seelische Gleichgewicht gerät leichter aus dem Takt, der Körper verändert sich sichtbar und zeigt sich von einer neuen Seite. Nimm die Veränderungen wahr, achte selbstbewusst auf deine Bedürfnisse und bleibe vor allem eines: gelassen. Bedenke, dass jede Frau diese Zeit durchlebt.
Die Symptome und Beschwerden der Wechseljahre zeigen sich bei jeder Frau anders. Hitzewallungen sind zwar ein bekanntes Symptom des Klimakteriums, aber kein Naturgesetz. Einige Frauen erleben die Wechseljahre ohne Hitzewallungen oder gar gänzlich beschwerdefrei.
Hitzewallungen können schon zu Beginn der Wechseljahre, in der sogenannten Perimenopause (mit circa 45 bis 50 Jahren) auftreten, sich aber auch erst im späteren Verlauf einstellen. Typisch sind Hitzewallungen zu Beginn der Postmenopause (ab einem Jahr nach der letzten Regelblutung, zwischen 50 und 52 Jahren). Treten die Beschwerden deutlich vor der Menopause (letzte Regelblutung) auf, dann halten die Beschwerden meist länger an.

Hitzewallungen äußern sich in Form von plötzlichen, starken Schweißausbrüchen – sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Die sogenannte fliegende Hitze beginnt im Brustbereich, breitet sich wellenartig über den Hals bis zu Gesicht und Oberarmen aus. Hinsichtlich der Dauer existiert kein prototypischer Verlauf. Ein Hitzeschub kann zwischen einigen Sekunden und 60 Minuten anhalten. Im Durchschnitt endet er jedoch nach ein bis fünf Minuten und mündet in ein Frösteln. Begleitende Symptome können Hautrötungen, schnelles Herzklopfen oder Schwindel sein.
Übermäßiges Schwitzen
Das sogenannte übermäßige oder krankhafte Schwitzen am Tag, primäre Hyperhidrose genannt, ist von den Hitzewallungen der Wechseljahre (sekundäre Hyperhidrose) zu unterscheiden. So können beispielsweise auch Männer unter einer primären Hyperhidrose leiden. Einfache Handlungen wie Händeschütteln, stressige Situationen wie Prüfungen, aber auch Freude oder leichte Temperaturveränderungen können den Betroffenen in Nullkommanichts den Schweiß auf Stirn, Handinnenflächen, die Fußsohlen oder unter die Achseln treiben. Die Ursachen sind bis heute unklar. Erste Anzeichen für eine primäre Hyperhidrose zeigen sich oft schon in der Jugend. Die sekundäre Hyperhidrose hingegen ist organisch bedingt. Die Gründe sind hormonelle Umstellungen wie die Wechseljahre, psychische Belastungen oder Krankheiten.
Auch die Häufigkeit der Hitzewallungen variiert. Während einige Frauen nur gelegentlich einen Hitzeschub erleben, plagen sich andere bis zu zwanzigmal pro Tag damit herum. Bei den betroffenen Frauen dauern die Hitzewallungen im Durchschnitt 7,4 Jahre an, bis sie sich schließlich „in Luft auflösen“. Studien weisen außerdem auf einen Zusammenhang zwischen dem Beginn der Hitzewallungen und ihrer Dauer hin: Je früher Hitzewallungen im Verlauf der Wechseljahre auftreten, desto länger halten sie tendenziell an. Traten Hitzewallungen bereits in der frühen Perimenopause auf, dauerten die Beschwerden durchschnittlich 11,8 Jahre und länger an. Begannen die Beschwerden erst nach der Menopause, betrug die Dauer im Schnitt nur 3,4 Jahre.
Andere Ursachen für Hitzewallungen oder ständige Schweißausbrüche können Krankheiten, Panikattacken, Übergewicht, Nebenwirkungen von Medikamenten, scharf gewürztes Essen, zu viel Koffein oder Alkohol sein und sollten immer von einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden.
Hitzewallungen in den Wechseljahren: das Auf und Ab der Hormone
In der fruchtbaren Zeit, also der Zeit der regelmäßigen Zyklen einer Frau, produzieren die Eierstöcke ausreichend Estradiol und Progesteron – je nach Zyklusphase in unterschiedlichen Mengen. So spielt das Estradiol in der ersten Zyklushälfte die Hauptrolle, wohingegen das Progesteron nach dem Eisprung dominiert. Aus diesem Grund spüren die meisten Frauen innerhalb eines Zyklus körperliche oder psychische Veränderungen, die mit der entsprechenden Konzentration des jeweiligen Hormons zusammenhängen. Estradiol wirkt stimulierend und vitalisierend, während Progesteron beruhigt und entspannt.
Mit Beginn der Wechseljahre produziert der Körper weniger Sexualhormone. In der ersten Phase sinkt das Progesteron und mit Fortschreiten der Wechseljahre auch das Estradiol. Der Prozess der hormonellen Umstellung verläuft zwar langsam, aber stetig. Der erste Hinweis auf die Wechseljahre ist in aller Regel ein veränderter Zyklus.
Welcher Mechanismus hinter den starken Hitzewallungen in den Wechseljahren steckt, ist noch nicht bis ins Detail erforscht. Vermutet wird eine Fehlregulation der Körpertemperatur im Gehirn oder genauer: im Hypothalamus. Dies ist der Ort der zentralen Steuerung des vegetativen Nervensystems, hier haben Östrogene und Progesteron wichtige Funktionen als Botenstoffe. Durch die wechseljahresbedingten Schwankungen von Estradiol und Progesteron erhält das Gehirn zwar das „richtige“ Signal, dass hier etwas durcheinandergeraten ist, übersetzt die Information aber falsch. Es kommt zu Fehlinformationen in der Temperaturregulierung im Hypothalamus. Dementsprechend löst es die unpassenden Reaktionen aus. Die Blutgefäße weiten sich, Blut verteilt sich vermehrt im Körper, der Blutdruck steigt und dann kommt der Hitzeschub.
Außerdem begünstigen Stresshormone wie Adrenalin oder eine zu warme Umgebung die Entstehung von Hitzewallungen.
Vorsicht heiß! Was passiert eigentlich bei einer Hitzewallung?
Eine Hitzewallung entsteht, wenn die Blutgefäße sich plötzlich weiten und dadurch die Durchblutung in den äußeren Körperregionen zunimmt. Als Folge steigt der Blutdruck, die Haut rötet sich, die Temperatur der Haut steigt und Schweiß bricht aus.
Was tun bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen?
Hitzewallungen sind zwar unangenehm, aber sie vergehen gewöhnlich nach ein paar Minuten wieder. Solltest du darunter leiden, helfen wirksame Therapien und ein bewusster Lebensstil ebenso wie ein offener Umgang mit den Wechseljahren.
Nimm deine Bedürfnisse ernst und stehe dazu. Noch immer werden bestimmte Lebensbereiche von Frauen nicht richtig in der Gesellschaft wahrgenommen. Sorge selbst dafür. Die Wechseljahre sind kein Tabu, sondern ein natürlicher Prozess im Leben jeder Frau.
So beugst du starkem Schwitzen in den Wechseljahren vor:
- Vermeide aufregende Situationen und negativen Stress.
- Mache einen großen Bogen um psychisch belastende Lebensumstände oder Personen.
- Sorge für angenehme Temperaturen in Räumen – vor allem im Schlafzimmer (hier gelten 16 bis 18 °C als optimale Raumtemperatur).
- Reduziere deinen Kaffee- und Alkoholkonsum.
- Iss und trinke nicht allzu heiß.
- Iss nicht zu scharf gewürzt, sondern besser: Verwende frische Kräuter für mehr Geschmack.
- Rauche nicht.
- Achte auf dein Gewicht: Übergewichtige schwitzen eher bzw. schneller.
- Kleide dich luftig und schlafe in Textilien in atmungsaktiven Materialien.
Auch aus der Natur- und Pflanzenheilkunde gibt es wirksame Mittel. So können beispielsweise Präparate aus Salbei, Traubensilberkerze, Rotklee, Soja oder Schafgarbe sowohl starke Hitzewallungen als auch andere Beschwerden des Klimakteriums erfolgreich lindern. Weiterhin bringen physikalische Therapien wie Moorbäder, wechselwarme Fußbäder, Wechselduschen und Kneipp-Behandlungen oder auch Akupunktur bei einigen Frauen angenehme Linderung bei starkem Schwitzen.
Egal, ob Phytotherapie, Homöopathie oder physikalische Therapie, sprich jede Einnahme oder Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt ab. Tipps oder Ratschläge von Freundinnen ersetzen keine fachkundige Beratung!
Viele Studien bestätigen eine überaus erfolgreiche Behandlung starker Hitzewallungen mittels einer Hormonersatztherapie (HRT). Die östrogenhaltigen Präparate, die entweder als Monotherapie oder in Kombination mit einem Gestagen angewendet werden, verringern Schweißausbrüche und fliegende Hitze in den Wechseljahren.
Mit Beginn der Wechseljahre steigt auch das Risiko für verschiedene altersbedingte Erkrankungen wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Typ-2-Diabetes. Eine bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzte HRT kann dazu beitragen, diese Risiken zu reduzieren. Besprich mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen den möglichen präventiven Zusatznutzen einer Hormonersatztherapie.
Trotz Hitzewallungen gut durch die Wechseljahre?
Unabhängig von Beschwerden oder Symptomen markieren die Wechseljahre eine Zeit des Umbruchs – sowohl körperlich als auch persönlich und emotional: Die Kinder gehen ihre eigenen Wege, die karriereentscheidenden Berufsjahre sind Vergangenheit und die Zukunft ist oft ungewiss. Auch für Frauen, die keine Kinder haben oder deren Kinderwunsch sich nicht erfüllt hat, bedeuten die Wechseljahre häufig eine große Herausforderung. Lasse dich nicht verunsichern. Im Gegenteil, denn Fakt ist: Die Wechseljahre sind irgendwann überstanden und viele Frauen gehen selbstbewusst und mit einer neuen Entspanntheit aus dieser Phase hervor.
Zahlreiche wirksame Therapien reduzieren oder lindern Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen oder Schweißausbrüche. Mit einem gesunden und bewussten Lebensstil und einer positiven Haltung zum Leben sorgst du zusätzlich gut für dich.
Achte bei Hitzewallungen in den Wechseljahren besonders auf eine vitaminreiche Ernährung. Iss viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, aber auch Soja-, Hafer- und Vollkornprodukte. Übrigens kann auch eine Tasse guter Kakao bei Hitzewallungen Wunder wirken.
Bewege dich viel und täglich – am besten beim Sport. Bewegung ist nicht nur eine Wunderwaffe gegen die unangenehmen Seiten der Wechseljahre, sondern auch gegen das Alter. Wer rastet, der rostet – nimm das Sprichwort ernst. Regelmäßiger Sport – idealerweise an der frischen Luft – fördert darüber hinaus den Abbau von Stress, sorgt für sonnige Gemütszustände und erleichtert dir, dein Gewicht zu halten.
Und nicht zuletzt, schätze deine Weiblichkeit, deinen Körper, deine Erfahrungen und die Lebensjahre, die bereits hinter dir liegen, als unersetzlich und kostbar. Wann immer du Fragen zu deiner Gesundheit oder den Wechseljahren hast, kontaktiere deine Ärztin oder deinen Arzt und nutze auch unseren Meno-Check, um dich in Ruhe auf den Termin vorzubereiten.


