Libidoverlust während der Wechseljahre

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Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)

Sexuelle Intimität in einer Beziehung hat für Frauen einen hohen Stellenwert. Daher kann es sehr belastend sein, wenn in den Wechseljahren die Libido der Frau abnimmt. Dies kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden.

Zum einen sinkt die Libido mit zunehmendem Alter, zum anderen ist auch die nachlassende Sexualhormonproduktion für den Libidoverlust mitverantwortlich. Er äußert sich vor allem durch geringere sexuelle Erregung und verringertes sexuelles Verlangen. Veränderungen können sich auch in der Intensität und Dauer der sexuellen Stimulation und des Orgasmus widerspiegeln. Diese Beschwerden werden sowohl durch psychische als auch körperliche Faktoren verursacht oder verstärkt.

Durch Veränderungen der Haut, des Gewichts, aufgrund von Depressionen oder anderen Gründen kann es zudem sein, dass sich Frauen in den Wechseljahren weniger attraktiv fühlen. Diese Selbstwahrnehmung kann ein fehlendes oder stark reduziertes emotionales Interesse an Sex bzw. Intimität nach sich ziehen.

Körperliche Probleme können aufgrund der oftmals auftretenden Scheidentrockenheit während der Wechseljahre entstehen. Betroffene können Unbehagen oder auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr haben. Libidoverlust ist dann eine nachvollziehbare Konsequenz.

Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann eine Option bei Libidoverlust sein. Sowohl die kombinierte Östrogen-Gestagen-Gabe als auch die alleinige Östrogen-Behandlung (bei Frauen ohne Gebärmutter) können einen schwachen bis moderaten positiven Effekt auf die Sexualfunktion haben. Bei vaginaler Trockenheit können zum Beispiel östrogenhaltige Cremes, Vaginaltabletten oder -zäpfchen helfen. Weitere Möglichkeiten sind eine sexualtherapeutische Beratung oder kognitive Verhaltenstherapie.