Blasenschwäche & Harnwegsbeschwerden

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Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)

Die nachlassende Östrogenproduktion in den Wechseljahren hat auch Auswirkungen auf die Schleimhäute von Blase und Harnröhre. Diese können sich ebenso wie die der Scheide mit anhaltendem Östrogenmangel in den Wechseljahren zurückbilden. Was genau passiert und was man tun kann, erfährst du hier.

Eine Folge des niedrigen Östrogenspiegels sind gravierende Veränderungen der Scheidenflora, sodass nicht mehr ausreichend Milchsäure zur Regulierung des pH-Wertes produziert werden kann. Scheiden-untypische Keime können eindringen und sich vermehren. Von dort aus können diese auch in die Blase aufsteigen und Infektionen dieser sowie der Harnröhre verursachen.

Hinzu kommt, dass durch den Rückgang und eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur ein unfreiwilliger Abgang von Urin auftreten kann (Inkontinenz). Wenn ein unfreiwilliger Harnabgang beim Niesen, Husten, Lachen oder auch Heben schwerer Dinge auftritt, wird dies als Stress- oder Belastungsinkontinenz bezeichnet. Dies kann behandelt werden.

Was kann man tun bei Stressinkontinenz?

Es gibt eine Vielzahl an Optionen, deren Anwendung abhängig ist vom Grad der Inkontinenz: Dazu gehören Maßnahmen wie Beckenbodentraining, Blasentraining oder auch Gewichtsreduktion. Wenn das nicht ausreicht, gibt es verschiedene medikamentöse oder bei schwerer Inkontinenz auch operative Möglichkeiten.

Die Gabe von Östrogenen kann die Durchblutung fördern und die Blasenmuskulatur wieder stärken. In welcher Form und welcher Menge fehlende Östrogene ersetzt werden können, das kannst du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprechen.

Hast du schon einmal etwas vom urogenitalen Menopause-Syndrom (GMS) gehört?

Der Begriff GSM (englisch: genitourinary syndrome of menopause) beschreibt die durch die geringen Östrogenkonzentrationen verursachten Beschwerden wie vaginale Trockenheit, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, häufiger Harndrang, Blasenschwäche und Harnwegsinfektionen im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane. Zwischen 27 und 84 % der Frauen entwickeln ein GMS. Scheidentrockenheit in der Menopause betrifft laut einer Umfrage über 70 % der Frauen, über Blasenschwäche klagen über 50 %, sexuelle Beeinträchtigungen haben über 30 %. Aber nicht jede Frau spricht darüber mit ihren behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzten. So sprechen z. B. laut einer aktuellen Umfrage über 60 % der Frauen nicht mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt über Sexualität.

Eine Östrogenbehandlung kann mit einer subjektiven Verbesserung von GSM-Symptomen um etwa 60 bis 80 % einhergehen. Welches Östrogen wie und in welcher Konzentration eingesetzt werden kann, kannst du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprechen.

Tipp:

Scheue dich nicht davor, dich bei auftretenden Beschwerden an deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt zu wenden.