Gewichtszunahme während der Wechseljahre

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Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren zu. Dies kann auf verschiedene Ursachen wie das Altern oder auch den Lebensstil zurückgeführt werden. Die Wechseljahre sind nicht der Hauptfaktor, allerdings tragen die hormonellen Veränderungen zu einer veränderten Verteilung des Körperfettes und zu einer Abnahme der Muskelmasse bei. Erfahre hier, warum das so ist und wie man gegensteuern kann.

Muskeln schwinden, Gewicht steigt

Der Körper der Frau verändert sich mit zunehmendem Alter. Die Körperfettverteilung verlagert sich von Po, Oberschenkel und Hüften (Birnen-Typ) auf den Bauchbereich (Apfel-Typ). Statt an den Beinen und Hüften lagert sich das Körperfett nun in der Bauchgegend ab, das sogenannte innere Bauchfett nimmt zu. Bedeutsam ist hier die Abnahme des Östrogens im Verlauf der Wechseljahre. Ein Mangel an Estradiol, dem wichtigsten und wirksamsten Östrogen im weiblichen Körper, kann eine sogenannte abdominale Adipositas fördern.

Gleichzeitig nimmt mit zunehmendem Alter die Muskelmasse ab. Durch den Verlust an Muskelmasse sinkt der Grundumsatz und weniger Muskeln verbrauchen weniger der mit der Nahrung aufgenommenen Energie. Zum anderen bewegen sich ältere Menschen tendenziell weniger, Fett wird schlechter verbrannt. Der Stoffwechsel wird langsamer und verbraucht weniger Energie. Wenn die tägliche Kalorienzufuhr dann nicht dem gesunkenen Bedarf angepasst wird, steigt das Gewicht: Frauen im mittleren Alter nehmen im Durchschnitt etwa 0,7 Kilogramm pro Jahr zu.

Aber auch eine veränderte Lebenssituation wie z. B. der Wegzug der eigenen Kinder, Veränderungen im Berufsleben oder die Betreuung der Eltern können zu psychischen Belastungen führen, die sich negativ auf das Essverhalten auswirken können und so das Gewicht ansteigen lassen.

Gewichtszunahme aktiv abwehren

Diesen Prozess des Umbaus des weiblichen Körpers muss man aber nicht akzeptieren. Man kann diesem zum einen durch mehr Sport und Bewegung begegnen. Körperliche Aktivitäten sorgen für eine Abnahme der Fettmasse und des Taillenumfangs sowie eine Stabilisierung oder sogar Zunahme der Muskelmasse. Zum anderen spielt die Nahrungsaufnahme eine wichtige Rolle. Und auch eine Hormonersatztherapie (HRT), z. B. mit bioidentischen Hormonen, kann dazu beitragen, der Umverteilung des Körperfettes entgegenzutreten.