
Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)
Veröffentlicht am 15. Februar 2026
Veränderungen von Haut und Haaren inklusive der Hautanhangsdrüsen, also Schweißdrüsen, haben viele Ursachen – die Hormonumstellung in den Wechseljahren ist eine davon. Was genau passiert, erfährst Du hier.
Haarausfall und andere Haarveränderungen können auftreten
Durch die Abnahme der Östrogene kann die Wirkung des „männlichen“ Sexualhormons Testosteron stärker in den Vordergrund treten. Infolgedessen können bei Frauen in den Wechseljahren Veränderungen auftreten, die sonst vermehrt bei Männern beobachtet werden. Die Kopfhaare können dünner sowie weniger werden und es kann sein, dass die Behaarung an anderen Körperstellen wie Oberlippe, Kinn oder Brust zunimmt.
Während Östrogene bei Frauen den Haarwuchs anregen, kann durch eine veränderte Hormonproduktion Haarausfall ausgelöst werden. Normalerweise verlieren Frauen circa 100 Haare pro Tag. Das einzelne Haar erneuert sich ständig. Jede Haarwurzel durchläuft einen Zyklus aus Wachstumsphase (Dauer zwei bis sechs Jahre, Wachstum circa zehn Millimeter pro Monat), Übergangsphase (Dauer ein bis zwei Wochen) und Ausfallphase (Dauer circa 100 Tage). Liegt eine Veränderung dieses physiologischen Rhythmus vor mit Verkürzung der Wachstums- oder Übergangsphase und der Situation, dass sich gleichzeitig überdurchschnittlich viele Haarfollikel in der Ausfallphase befinden, kommt es zu vermehrtem Haarausfall (diffuser Haarausfall bzw. telogenes Effluvium).
Die Gründe für einen diffusen Haarausfall können sehr vielfältig sein. Zu den möglichen Ursachen zählen hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren. Normalerweise ist diese Art des diffusen Haarausfalls selbstlimitierend und endet in der Regel nach circa sechs Monaten. Es ist also wichtig, den Hormonhaushalt über längere Zeit konstant zu halten.
Die Haut kann in den Wechseljahren trockener werden
Neben Haarveränderungen kann es in den Wechseljahren auch zu trockener, geröteter Haut und Juckreiz kommen. Grund dafür ist die Rückbildung von Kollagen aufgrund des Östrogenmangels. Die Haut verliert ihre Elastizität und das Bindegewebe die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Zudem wird mit dem Alter auch die Erneuerung der Hautzellen immer langsamer. Auch die Fähigkeit zur Wundheilung lässt nach.
Betroffen von den Veränderungen ist auch die Schleimhaut im Genitalbereich, auch hier wird die Haut trockener. Folgen können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brennen und Jucken sein. Gleichzeitig steigt das Infektrisiko – zum Beispiel für Harnwegsinfektionen, da die Schutzfunktion der Haut als natürliche Barriere gegen Keime nachlässt.
Der Körpergeruch kann sich verändern
Die Wechseljahre können auch zu Veränderungen im Körpergeruch führen. Die sich verändernden Verhältnisse der Hormone beeinflussen die Schweiß- und Talgproduktion sowie das Hautmikrobiom. Wenn die Schweißproduktion (z. B. durch Nachtschweiß und Hitzewallungen) erhöht ist oder sich die Zusammensetzung des Schweißes verändert, werden von Hautbakterien andere Duftstoffe freigesetzt. Und nicht zuletzt können die Wechseljahre das Geruchsempfinden selbst beeinflussen. Gerüche werden intensiver, verfälscht oder unangenehm empfunden.


