Was ist eine Hormonersatztherapie?

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Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)

Die Wechseljahre sind eine besondere Lebensphase. Für manche Frauen gehen sie mit nur leichten Veränderungen einher, für andere mit starken Beschwerden, die den Alltag beeinträchtigen können. Eine Hormonersatztherapie kann diese Beschwerden spürbar lindern und damit die Lebensqualität verbessern. Aber was genau ist das eigentlich? Genau diese Frage beantworten wir dir hier.

Was ist eine Hormonersatztherapie? Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hormonersatztherapie (HRT) führt dem Körper Hormone zu, die in den Wechseljahren in zunehmend geringeren Mengen produziert werden.
  • Eingesetzt werden entweder bioidentische Hormone, die den körpereigenen Hormonen exakt gleichen oder synthetische Hormone, die den körpereigenen sehr stark ähneln.
  • Die Entscheidung, welche Art der HRT eingesetzt wird, sollte gemeinsam von der Patientin und ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt getroffen werden und hängt insbesondere von individuellen Faktoren der Patientin ab.
  • Ziel ist es, typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Scheidentrockenheit zu lindern.
  • Frauen mit vorhandener Gebärmutter benötigen neben einem Östrogen immer auch Gestagen zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut. Frauen ohne Gebärmutter erhalten eine Östrogen-Monotherapie.
  • Die HRT muss regelmäßig ärztlich überprüft werden, um Nutzen und Risiken fortlaufend gegeneinander abzuwägen.

Hormonersatztherapie: Was ist das?

Eine Hormonersatztherapie (auch „HRT“, abgeleitet von „Hormone Replacement Therapy“) ist eine medikamentöse Behandlung, die Frauen in den Wechseljahren unterstützen kann. Mit Beginn der Wechseljahre verändert sich der Hormonhaushalt: Der Körper produziert immer weniger Estradiol und Progesteron. Diese beiden Hormone steuern jedoch nicht nur den Menstruationszyklus, sondern beeinflussen auch viele andere Körperfunktionen – von der Stimmungslage über den Stoffwechsel bis hin zur Knochengesundheit.

Sinkende Spiegel dieser Hormone können typische Beschwerden auslösen, darunter:

Die Hormonersatztherapie hat das Ziel, diese Beschwerden zu lindern, indem die zunehmend weniger produzierten Hormone von außen zugeführt werden. So entsteht wieder ein ausgeglichener Hormonspiegel, was den Alltag vieler Frauen spürbar erleichtert.

Ob eine HRT infrage kommt, hängt nicht nur von der Stärke deiner Beschwerden ab, sondern auch von persönlichen Risikofaktoren. Besonders wichtig sind:

  • Alter: Frauen unter 60 profitieren in der Regel stärker, bei älteren Frauen können die Risiken überwiegen.
  • Lebensstil: Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und übermäßiger Alkoholkonsum sind Risikofaktoren.
  • Vorerkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen das Risiko zusätzlich.
  • Gegenanzeigen: Bei bereits bestehendem Brustkrebs sowie Gebärmutterhalskrebs oder einem entsprechenden Verdacht ist eine HRT kontraindiziert. Auch bei bekannten Thrombosen sowie einem kurz zurückliegenden Herzinfarkt oder Schlaganfall ist das der Fall.

Bei bereits bestehender Diagnose eines gynäkologischen Tumors ist eine HRT kontraindiziert. Auch bei bekannten Thrombosen ist das der Fall.

Deshalb ist eine gründliche ärztliche Abklärung deiner Therapie-Optionen vor Beginn der Behandlung unverzichtbar. Nur so lässt sich einschätzen, ob eine HRT für dich geeignet ist und welche Form am besten passt.

Wichtig:

Das Ziel einer HRT ist nicht, deine Hormonspiegel wieder in die Bereiche anzuheben, wie sie vor den Wechseljahren waren. Die Verringerung der Hormonproduktion ist ein natürlicher Prozess und keine Krankheit. Vielmehr gilt der Grundsatz „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Die Hormongabe soll die Spiegel nur so weit erhöhen, dass Beschwerden und mögliche Gesundheitsrisiken gemildert werden.

Art und Herkunft der Hormone bei einer Hormonersatztherapie: Synthetisch oder bioidentisch?

Im Rahmen einer Hormonersatztherapie können verschiedene Hormone eingesetzt werden. Grundsätzlich wird zwischen synthetischen und bioidentischen Hormonen unterschieden.

Synthetische Hormone ähneln deinen natürlichen Hormonen. Ihre chemische Struktur weicht leicht von der Struktur des körpereigenen Estradiols und Progesterons ab. Es handelt sich also um ein anderes Östrogen sowie Gestagen. Das kann sowohl die Wirksamkeit als auch mögliche Nebenwirkungen beeinflussen.

Bioidentische Hormone sind Hormone, die die gleiche chemische Struktur wie das körpereigene Estradiol und Progesteron haben. Der Körper nimmt sie als eigen wahr und verarbeitet sie daher so wie die körpereigenen Hormone. Hergestellt werden sie ausgehend von pflanzlichen Vorstufen aus Sojabohnen oder der Yamswurzel (Diosgenin oder Stigmasterin). Bioidentische Hormone werden auch als „natürlich“ oder „körpereigen“ bezeichnet.

Welches Präparat und welche Dosierung im Einzelfall geeignet sind, hängt von deinen Beschwerden, deiner Gesundheitssituation und deinen persönlichen Bedürfnissen ab. In der Regel wird mit der niedrigsten möglichen Dosis begonnen, um deinen Körper behutsam an die Behandlung zu gewöhnen. Deshalb ist es wichtig, die Entscheidung gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu treffen und die Therapie regelmäßig überprüfen und ggf. anpassen zu lassen.

Welche Wirkstoffe kommen bei einer Hormonersatztherapie zum Einsatz?

Im Rahmen einer Hormonersatztherapie werden Östrogene und Gestagene eingesetzt. Je nach individueller Situation kommen sie einzeln oder in Kombination zum Einsatz.

  • Östrogene: Sie sind essenziell, weil die meisten Wechseljahresbeschwerden durch den Östrogenmangel bedingt sind. Besonders wirksam sind sie gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und vaginale Trockenheit. Außerdem tragen sie zum Knochenschutz bei. Darüber hinaus unterstützen sie die Elastizität von Haut und Schleimhäuten. Die meisten HRT-Präparate enthalten bioidentisches Estradiol. Allerdings regen Östrogene den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut an. Ohne einen „Gegenspieler“ könnte das langfristig zu Wucherungen oder im schlimmsten Fall zu Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) führen.
  • Gestagene: Sie sind für Frauen mit Gebärmutter wichtig, da sie dem wachstumsfördernden Effekt des Östrogens entgegenwirken und somit einen übermäßigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindern. Eingesetzt werden sowohl natürliches Progesteron (bioidentisch) als auch synthetische Gestagene.

Die Wahl der bzw. des HRT-Präparate/s ist individuell und hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Stärke deiner Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen und der Frage, ob deine Gebärmutter noch vorhanden ist.

Wie gelangen die Hormone in den Körper?

Für eine Hormonersatztherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Hormone in deinen Körper gelangen können. Diese Wege nennt man auch Applikationsformen. So lässt sich die Therapie flexibel an deine Bedürfnisse und deinen Lebensstil anpassen.

Eine Form ist die Tablette oder Kapsel zum Schlucken (orale Anwendung). Die Hormone gelangen somit über den Verdauungstrakt in die Leber und von dort in den Blutkreislauf.

Daneben gibt es die transdermale Anwendung, bei der Hormone über die Haut aufgenommen werden, zum Beispiel durch Pflaster, Gele oder Sprays. Hierbei nehmen die oberen Hautschichten den Wirkstoff auf und leiten ihn direkt in die Blutbahn weiter. Der Vorteil: Die Hormone gelangen ohne Umweg über die Leber in den Blutkreislauf, sodass weniger Wirkstoff auf dem Weg dorthin abgebaut wird. Da nur ein kleiner Teil der aufgetragenen Menge tatsächlich in den Körper aufgenommen wird, ist die dem Körper zugeführte Hormonmenge besonders niedrig. Das senkt auch das Risiko für Nebenwirkungen.

Ein Beispiel:

Östrogen (z. B. Estradiol) in Tablettenform kann das Risiko für venöse Thrombosen (Blutgerinnsel in den Venen) erhöhen, besonders, wenn zusätzliche Risikofaktoren wie Übergewicht bestehen. Studien deuten darauf hin, dass dieses Risiko bei einer transdermalen Anwendung nicht erhöht ist. Die transdermale Anwendung von Estradiol scheint daher risikoärmer zu sein als die orale.

Wenn deine Beschwerden vor allem lokal im Genitalbereich auftreten, etwa bei Scheidentrockenheit, kommen oft östrogenhaltige Cremes, Vaginalzäpfchen oder ein Vaginalring zum Einsatz. Diese Präparate wirken gezielt vor Ort. Nur sehr geringe Mengen gelangen in den Blutkreislauf. Dadurch gelten diese Präparate als besonders risikoarm.

Wie lange ist eine Hormonersatztherapie sinnvoll?

Die HRT ssollte so kurz wie möglich und so lange wie nötig durchgeführt werden. In vielen Fällen reicht eine Anwendung über einige Jahre, bis die stärksten Wechseljahresbeschwerden abgeklungen sind. Sie sollte aber möglichst nicht länger als 5 Jahre erfolgen.

Die benötigte Dauer hängt vor allem von deiner individuellen Situation ab. Wichtig zu wissen ist: Ein früher Beginn der Therapie – am besten mit den ersten stärkeren Beschwerden und vor dem 60. Lebensjahr – ist am risikoärmsten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom „Window of Opportunity“.

Nach etwa drei bis fünf Jahren sollte gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt überlegt werden, ob die Therapie fortgeführt, die Dosis reduziert, eine Pause eingelegt oder die Therapie beendet werden kann. Eine starre Begrenzung für die Dauer der HRT gibt es nicht, aber die Notwendigkeit sollte mindestens einmal pro Jahr ärztlich überprüft werden.

Wenn du eine HRT anwendest, sind außerdem regelmäßige jährliche Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig. Dazu gehören die gynäkologische Kontrolle inklusive Brustkrebs-Screenings sowie regelmäßige Blutdruck- und Gesundheitschecks. Auch wenn diese Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht einmal pro Jahr bezahlt werden, so sollten diese dennoch unbedingt von dir bei deiner Ärztin oder deinem Arzt eingefordert werden. Diese Untersuchungen helfen, mögliche Risiken oder Befunde frühzeitig zu erkennen und eine bestehende Therapie ggf. anzupassen.

Aber beachte: Diese Empfehlungen gelten für die symptomatische Behandlung in den Wechseljahren. Bei vorzeitigen Wechseljahren (vor dem 40. Lebensjahr) wird eine Hormonersatztherapie oft bis zum natürlichen Menopausenalter von etwa 51 Jahren empfohlen, um den Körper ausreichend mit Hormonen zu versorgen und langfristige Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Wann sollte keine Hormonersatztherapie durchgeführt werden?

Es gibt Situationen, in denen eine HRT nicht durchgeführt werden sollte, da die Risiken den Nutzen übersteigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs (aktuell, in der Vorgeschichte oder bei Verdacht)
  • Schlaganfall, Herzinfarkt (in der Vorgeschichte, kurz Zeit zurückliegend)
  • schwere Lebererkrankungen
  • frühere oder bestehende Thrombosen oder Lungenembolien
  • unbehandelter Bluthochdruck
  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber den eingesetzten Wirkstoffen
  • bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • ungeklärte vaginale Blutungen
  • bestehende Schwangerschaft oder die Zeit des Stillens (in seltenen Fällen relevant, z. B. bei vorzeitigen Wechseljahren)

Wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft, bedeutet das nicht, dass du mit deinen Beschwerden leben musst. In solchen Fällen kommen Alternativen zur Hormonersatztherapie infrage. Dieses solltest du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprechen.

Hormonersatztherapie bei verfrühten Wechseljahren

Manche Frauen kommen deutlich früher als üblich in die Wechseljahre – manchmal schon vor dem 40. Lebensjahr. Ursachen können genetische Faktoren, eine Operation (z. B. die Entfernung der Eierstöcke) oder bestimmte Erkrankungen sein.

In solchen Fällen empfehlen Fachgesellschaften fast immer eine Hormonersatztherapie. Der Grund: Ein frühzeitiger Hormonmangel kann deine Gesundheit langfristig stark belasten und das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen, darunter Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In diesen Situationen ist die HRT nicht nur eine Möglichkeit, akute Beschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen oder auch Schlafstörungen zu lindern. Sie wirkt auch als medizinische Schutzmaßnahme, um Langzeitfolgen des vorzeitigen Hormonmangels zu verhindern.

Deshalb gilt:

Wenn du bereits früh in die Wechseljahre kommst, solltest du das Thema unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen. Eine individuell angepasste HRT kann hier einen entscheidenden Unterschied machen.

Rückblick: die Geschichte der Hormonersatztherapie

Die Hormonersatztherapie (HRT) kann vielen Frauen spürbare Erleichterung verschaffen. Doch warum ist die HRT trotz dieser Vorteile so umstritten? Ein Blick in die Geschichte liefert Antworten.

Die ersten Formen der Hormonersatztherapie kamen bereits Ende der 1960er Jahre auf den Markt. Dabei handelte es sich um eine Östrogen-Monotherapie, oft handelte es sich dabei um ein Gemisch verschiedener Östrogene, hergestellt aus dem Urin trächtiger Stuten (Stutenöstrogene). Doch schon bald zeigte sich: Diese Therapieform allein erhöhte das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs.

Als Reaktion darauf wurde Ende der 1970er Jahre die kombinierte HRT mit Östrogenen und zusätzlich Gestagenen eingeführt. Diese Kombination senkte das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs, erhöhte aber das Risiko für Brustkrebs.

Ab den 1990er Jahren und bis Anfang der 2000er war die Hormonersatztherapie weit verbreitet. Den entscheidenden Wendepunkt brachte die WHI-Studie (Women’s Health Initiative), die 1992 in den USA gestartet wurde. Die Teilnehmerinnen im Alter von 50 bis 79 Jahren erhielten entweder eine HRT oder ein Placebo. Ihr Ziel war die Untersuchung der Auswirkungen von HRT auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Krebs. Die in die Studie eingeschlossenen Frauen hatten allerdings gar keine oder nur leichte Wechseljahresbeschwerden, da nicht der Effekt auf diese, sondern der möglicherweise präventive Nutzen auf obige Erkrankungen untersucht werden sollte. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da unter den Teilnehmerinnen mit den im Vergleich zu heute deutlich höher dosierten Hormonpräparaten häufiger Herzinfarkte, Schlaganfälle, Thrombosen und Brustkrebs aufzutreten schienen als unter Placebo.

Spätere Analysen zeigten jedoch, dass einige der damaligen Daten missverstanden oder zu allgemein interpretiert wurden. In der ursprünglichen Studie waren viele Teilnehmerinnen bereits älter, die Menopause lag schon lange zurück und sie erhielten hochdosierte HRT-Präparate, die heute in Europa kaum noch verwendet werden. Zudem hatten viele Frauen Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzprobleme.

Trotzdem gilt: Die HRT ist keine risikofreie Therapie. Neuere Studien bestätigen, dass bestimmte Risiken, etwa für Brustkrebs, Thrombosen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weiterhin bestehen können – abhängig von Art, Dosierung, Dauer der Behandlung und den individuellen Gesundheitsfaktoren. Deshalb sollten Frauen während einer HRT beispielsweise regelmäßig Brustkrebs-Screenings und allgemeine Gesundheitschecks durchführen lassen, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Therapie so risikoarm wie möglich zu gestalten oder ggf. rechtzeitig zu beenden.

Wichtig:

Heute steht die Forschung auf einer breiteren Grundlage. Sie zeigt, dass die HRT für viele Frauen risikoarm und wirksam sein kann, wenn sie gezielt, individuell und zeitlich begrenzt eingesetzt wird. Entscheidend ist die ärztliche Abwägung, ob der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt – immer mit Blick auf die persönliche Situation der Frau.

Hormonersatztherapie – Ist sie das Richtige für mich?

Eine Hormonersatztherapie kann für dich in den Wechseljahren ein echter Wendepunkt sein. Wenn Hitzewallungen dir den Schlaf rauben, deine Haut sich verändert oder deine Stimmung Achterbahn fährt, ist es beruhigend zu wissen: Du musst das nicht einfach aushalten. Mit der richtigen Unterstützung kannst du die Wechseljahre verstehen und deinen Alltag wieder leichter, freier und mit mehr Energie erleben.

Natürlich ist die Hormonersatztherapie kein Allheilmittel. Jede Frau bringt ihre eigene Geschichte, ihre Gesundheit und ihre Bedürfnisse mit. Deshalb gibt es keine Lösung von der Stange. Ob die Hormonersatztherapie für dich die richtige Wahl ist, hängt von vielen Faktoren ab. Am besten besprichst du mögliche Therapie-Optionen sowie unterstützende Lebensstilmaßnahmen im Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wenn du dich für eine HRT entscheidest, sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig. So kann sichergestellt werden, dass die Behandlung gut wirkt und mögliche Risiken frühzeitig erkannt werden.

Wichtig ist, dass du deinen eigenen Weg findest und dich dabei ärztlich begleiten lässt. Sieh die Wechseljahre nicht nur als Phase voller Beschwerden, sondern auch als Möglichkeit, deinem Körper bewusster zu begegnen und eine neue Balance in deinem Leben zu entdecken.

Fragen und Antworten rund um das Thema: Was ist eine Hormonersatztherapie?

Du überlegst, ob eine Hormonersatztherapie für dich infrage kommt? Häufig gestellte Fragen und Antworten darauf findest du hier.

Die HRT wirkt besonders zuverlässig gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und vaginale Trockenheit. Auch Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme können sich bessern. Nicht jede Frau profitiert jedoch in gleichem Maß. Deshalb ist eine individuelle ärztliche Beratung wichtig.

Viele Frauen berichten, dass die Beschwerden schon nach wenigen Wochen deutlich nachlassen. Manchmal dauert es etwas länger, bis sich der Körper an die Hormone gewöhnt hat und die optimale Dosis gefunden ist.

Nein, eine HRT ist keine Dauertherapie. Sie wird so kurz wie möglich und so lange wie nötig durchgeführt. In den meisten Fällen reicht eine Anwendung über einige Jahre, bis die stärksten Wechseljahresbeschwerden abgeklungen sind. Empfohlen wird, eine HRT nach spätestens fünf Jahren zu beenden.

Ja, wenn eine HRT für dich nicht infrage kommt oder du sie nicht möchtest, gibt es Alternativen wie:

  • pflanzliche Präparate
  • Ernährungs- und Lebensstiländerungen
  • nicht-hormonelle Medikamente

Welche Alternative am besten geeignet ist, hängt von der Stärke deiner Beschwerden und deinen persönlichen Risikofaktoren ab. Sprich darüber mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

In den meisten Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Hormonersatztherapie, wenn sie aus medizinischen Gründen verordnet wird und zugelassene Präparate zum Einsatz kommen.

Am besten lässt du dich von deiner Ärztin oder deinem Arzt beraten, welche Therapie infrage kommt und ob die Kosten für die Präparate von der Krankenkasse übernommen werden.

Wie jedes wirksame Medikament hat auch die Hormonersatztherapie (HRT) mögliche Risiken. Dazu zählen ein leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs, für Thrombosen oder auch Schlaganfälle. Die Risiken sind allerdings abhängig von der Dosis, Anwendungsform, Dauer der Therapie und individuellen Faktoren.

Durch den Einsatz bioidentischer Präparate und die Wahl der passenden Darreichungsform können diese Risiken verringert werden. Wichtig zu wissen: Je höher die Dosis und je länger die Anwendung, desto höher das potenzielle Risiko. Nach dem Absetzen der Therapie sinkt das Risiko in der Regel wieder.

Frauen mit bestimmten Erkrankungen sollten keine HRT anwenden, z. B. bei:

  • erhöhtem Risiko für bestimmte Krebsarten, für Thrombosen oder anderer Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • bestehendem oder früherem Brust- oder Gebärmutterschleimhautkrebs (Mamma- oder Endometriumkarzinom)
  • schweren Lebererkrankungen
  • Thrombosen oder Lungenembolien in der Vergangenheit
  • unbehandeltem Bluthochdruck

Hier kommen Alternativen zur Linderung der Beschwerden zum Einsatz.