Wann ist eine Therapie angezeigt?

wechseljahre-verstehen.de | Hero Image: Therapie - Ja oder Nein

Medizinisch geprüft von Martina Ehmen (Medical Advisor)

Ohne Diagnose keine Therapie – dieser Satz gilt auch für die Wechseljahre und die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans. Näheres dazu erfährst du hier.

Lass dich beraten

Nicht bei allen Frauen sind die Wechseljahresbeschwerden so stark ausgeprägt, dass sie einer Behandlung bedürfen. Allerdings leiden rund zwei Drittel der Frauen an mäßigen bis schweren Symptomen. In diesen Fällen sollte eine Behandlung in Erwägung gezogen werden. Die Hormonersatztherapie (engl.: Hormone Replacement Therapy = HRT) ist die wirksamste Methode gegen das Auftreten von Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Sie kann aber auch Linderung anderer Wechseljahresbeschwerden verschaffen und deine Lebensqualität dadurch deutlich verbessern. Expertinnen und Experten sind sich einig, dass die Auswahl der Hormone, die Darreichungsform und der Zeitpunkt der Behandlung eine entscheidende Rolle für Nutzen und Risiken einer Behandlung haben.

Wichtig ist: Eine HRT kann nicht bei allen Patientinnen uneingeschränkt eingesetzt werden. Frauen mit Erkrankungen wie z. B. Brustkrebs oder per se erhöhtem Thromboserisiko sollten in der Regel keine HRT anwenden. Außerdem müssen Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und Übergewicht bei der Wahl der richtigen Therapieform berücksichtigt werden.

Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt kann dich beraten, indem sie oder er mit dir individuelle Risikofaktoren bespricht. Umfassende Informationen und eine ausführliche Beratung sind hier die richtige Basis.

Wie werden die Wechseljahre diagnostiziert?

Um eine Diagnose stellen und deine Beschwerden besser einschätzen zu können, wird deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt ein ausführliches Gespräch mit dir führen oder dich einen Anamnesebogen ausfüllen lassen. Für deine Ärztin bzw. deinen Arzt ist es wichtig, deine eigene sowie deine familiäre Krankengeschichte und deinen individuellen Lebensstil zu kennen. Die Wechseljahre werden überwiegend aufgrund klinischer Kriterien diagnostiziert. Sprich in jedem Fall über die Art und Stärke deiner Beschwerden.

Daneben wird deine Ärztin oder dein Arzt wie gewohnt auch eine körperliche Untersuchung machen. Dein Blutdruck wird gemessen und der Body-Mass-Index (BMI) anhand von Größe und Gewicht bestimmt. Die äußeren und inneren Genitalien werden untersucht, die Brust wird abgetastet. Ein initialer Ultraschall der Brüste und möglicherweise auch eine Mammografie sind wünschenswert.

Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt kann darüber hinaus auch Blut abnehmen und deinen Hormonstatus bestimmen. Dies ist aber nicht in jedem Fall zwingend erforderlich.

Bei Frauen zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr mit Wechseljahresbeschwerden und/oder Zyklusveränderungen sollte ein FSH-Test durchgeführt werden.
Bei Frauen unter 40 Jahren mit Verdacht auf einen vorzeitigen Funktionsverlust der Eierstöcke (prämature Ovarialinsuffizienz, POI) kann eine Überprüfung des Hormonstatus hilfreich sein, allerdings kann laut der Leitlinie zur Peri- und Postmenopause kein Hormontest eine POI bestätigen oder ausschließen. Ggf. können Estradiol, FSH (Follikelstimulierendes Hormon), LH (Luteinisierendes Hormon) und das Anti-Müller-Hormon (AMH) bestimmt werden.

Durch die Bestimmung der Hormonwerte kann die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt feststellen, ob die Symptome durch den Eintritt der (vorzeitigen) Wechseljahre hervorgerufen werden oder ob es womöglich andere Ursachen gibt.

Wichtig ist es, andere Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, die zu ähnlichen Beschwerden führen können, auszuschließen. In einem persönlichen Gespräch können deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt ableiten, ob eine Hormonersatztherapie sinnvoll ist.