Die Hormonersatz-

therapie

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, weshalb eine Behandlung der Symptome nicht zwingend nötig ist. Wird allerdings die Lebensqualität deutlich eingeschränkt, kommt eine Hormonersatztherapie (engl.: Hormone Replacement Therapy = HRT) infrage. Auch ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche in Kombination mit einer Unverträglichkeit gegenüber anderen Arzneimitteln kann ein Grund für eine HRT sein (siehe auch „Präventiver Zusatznutzen einer HRT“). Die Hormonersatztherapie „ersetzt“ Hormone, die der Körper selbst nicht mehr produziert und ist daher eine wirksame Behandlung von Symptomen der Wechseljahre. Es gibt keine wirksamere Behandlung von Hitzewallungen.1,2 Ob Hormone im Einzelfall sinnvoll sind, und falls ja, in welcher Form, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden. Moderne Hormonersatzpräparate bieten die Möglichkeit einer individuellen Dosierung und einer gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Frau abgestimmten Behandlung.

Vor der Therapie mit Hormonen sollte immer eine gründliche Untersuchung des Frauenarztes erfolgen. Zudem sollten eigene und familiär vorliegende oder in der Vergangenheit aufgetretene Erkrankungen angesprochen werden. Vor Beginn einer HRT besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, welches Anwendungsschema und welche Präparate für Sie am besten geeignet sind.

 

Anwendung von Hormonersatzpräparaten

Moderne Hormonersatzpräparate bieten die Möglichkeit einer individuellen Dosierung und einer gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Frau abgestimmten Behandlung. Auch können Risiken und Nebenwirkungen durch die Auswahl bestimmter Applikationsformen minimiert werden.

Liegen nur lokale Beschwerden im Genitalbereich vor, können diese mit Vaginal-Cremes oder -Zäpfchen behandelt werden. Da nur wenig von dem Wirkstoff in den Blutkreislauf aufgenommen wird, gibt es bei dieser Art der Behandlung deutlich weniger Nebenwirkungen als beispielsweise mit Tabletten.

Bei Beschwerden wie Hitzewallungen kann eine Anwendung über die Haut gewählt werden (Gel, Pflaster, Spray). Dadurch gelangen die Hormone in den Blutkreislauf, aber im Gegensatz zu der Tabletteneinnahme wird nicht der Großteil des Hormons bereits in der Leber abgebaut. Als Folge muss dem Körper weniger Östrogen zugeführt werden und auch das Risiko für Venenthrombosen3 und Schlaganfall4–6 scheint im Gegensatz zur Tabletteneinnahme nicht erhöht zu sein.

 

1 Grant, M.D., et al. (2015). Menopausal Symptoms: Comparative Effectiveness of Therapies. Comparative Effectiveness Reviews, No. 147. Rockville (MD): Agency for Healthcare Research and Quality (US).

2 National Institute for Health and Care Excellence (NICE) (2015). Menopause – Full Guideline. Clinical Guideline – Methods, evidence and recommendations. https://www.nice.org.uk/guidance/NG23/documents/menopause-full-guideline2.

3 Scarabin, P.Y. (2018). Progestogens and venous thromboembolism in menopausal women: an updated oral versus transdermal estrogen meta-analysis. Climacteric. 21:341–5.

4 Canonico, M., et al. (2016). Postmenopausal Hormone Therapy and Risk of Stroke. Impact of the Route of Estrogen Administration and Type of Progestogen. Stroke. 47:1734–41.

5 Renoux, C., et al. (2010). Transdermal and oral hormone replacement therapy and the risk of stroke: a nested case-control study. Bmj. 340:c2519.

6 Lokkegaard, E., et al. (2017). Risk of Stroke With Various Types of Menopausal Hormone Therapies: A National Cohort Study. Stroke. 48:2266–9.

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